Corona: Deutsche Wirtschaft pendelt sich ein

Kiel –

Die deutsche Wirtschaft hat die schlimmsten Schäden durch die Coronavirus-Krise jetzt hinter sich. Es zeichnet sich momentan eine Bodenbildung ab und die Lage verschlechtert sich nicht mehr. So lautet die Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW Kiel) http://ifw-kiel.de . Eine ähnliche Entwicklung findet demnach auch in Italien und Spanien statt.

“Schwerste Rezession seit 1945”

“Der freie Fall ist gestoppt, allerdings auf niedrigem Niveau. 2020 wird ein ‘Annus Horribilis’, mit der schwersten Rezession seit 1945. Für eine wirkliche Erholung ist mehr erforderlich: Einerseits müssen die Lieferketten wieder in Gang kommen, andererseits müssen die Konsumenten im In- und Ausland wieder Vertrauen fassen. Beides ist schwierig und wird Zeit brauchen. Die heimische Politik kann mit Lockerungen und steuerlichen Erleichterungen helfen, aber zunehmend ist die internationale Dimension entscheidend”, erklärt IfW-Präsident Gabriel Felbermayr gegenüber pressetext.

Laut Felbermayr hat sich die deutsche Wirtschaftsleistung während des harten Lockdowns vom 23. März bis zum 19. April um etwa 15 bis 20 Prozent unter dem normalen Niveau bewegt. Die ersten Lockerungen haben jedoch einen positiven Effekt. “Deutschland operiert zwar weiter deutlich unter dem Normalniveau, aber die Situation verschlechtert sich derzeit nicht weiter”, so Felbermayr.

Abwärtstrend im Welthandel

Die Beruhigung der finanziellen Lage zeigt sich im erhöhten Stromverbrauch in Deutschland. Sah die Lage hier Ende April noch düster aus (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20200429027 ), zeichnet sich momentan ebenfalls eine Bodenbildung ab. Der Stromverbrauch ist eng mit der industriellen Produktion verbunden, was laut den IfW-Analysten ein positives Zeichen ist.

Weniger positiv fällt die Situation des internationalen Handels aus. Hier ist der Abwärtstrend in vollem Gange. Das Frachtaufkommen im Roten Meer, einer wichtigen Handelsroute zwischen Europa und Asien, liegt seit dem 20. April um etwa 20 Prozent unter den statistischen Erwartungen. Hier sei es noch zu früh, um von einer Bodenbildung zu sprechen.

Georg Haas,
haas@pressetext.com

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