Trumps China-Fehde bei Investoren wirkungslos

Kiel (12.10.2020) –

Das scheinbar harte Vorgehen der USA unter Donald Trump gegenüber China hat kaum Auswirkungen auf die Privatwirtschaft. Trotz Maßnahmen wie Strafzöllen oder Verboten von chinesischen Investitionen in den Vereinigten Staaten schenken dortige Investoren der Volksrepublik mehr Aufmerksamkeit denn je. Das zeigt eine Analyse des Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) http://ifw-kiel.de .

“Akteure unbeeindruckt”

“In der Amtszeit von Präsident Trump ist China ein wichtiger Akteur in den Wirtschaftsbeziehungen der USA mit der Welt geblieben. Die Diskrepanz zwischen seiner Rhetorik und den Reaktionen der wirtschaftlichen Akteure ist augenscheinlich. Seine Sicht von China als Betrüger hat die Akteure nicht beeindruckt”, heißt es vom IfW Kiel.

Die Analysten haben Daten des Bureau of Economic Analytics untersucht. Dabei haben sie festgestellt, dass der Anteil Chinas an den amerikanischen Auslandsinvestitionen im Transportsektor zwischen den Jahren 2017 und 2019 von 13,2 Prozent auf 14,6 Prozent gestiegen ist. Im gleichen Zeitraum hat sich der Anteil der Volksrepublik an allen amerikanischen Auslandsinvestitionen von 1,7 auf zwei Prozent erhöht.

Einfluss auf die Exporte

Investoren aus China sind in den USA wenig aktiv, was aber auch schon vor der Amtszeit von Trump der Fall war. Jedoch hat die Handelsfehde einen Einfluss auf die Exporte. So haben die USA im Jahr 2019 insgesamt 7,1 Prozent ihrer Güter und Dienstleistungen an China abgesetzt. Im Jahr 2017 lag der Anteil noch bei 7,9 Prozent. Exporte von China in die Vereinigten Staaten hatten im Jahr 2019 einen Anteil von 17,9 Prozent im Vergleich zu 18,1 Prozent im Jahr 2017.

Grund für die relative Wirkungslosigkeit von Trumps Maßnahmen ist laut den Analysten vor allem die World Trade Organisation (WTO), die den US-Präsidenten häufig für sein Vorgehen rügt. Zwar setzt sich Trump häufig über die WTO hinweg und bezichtigt sie der Parteilichkeit gegenüber den USA, jedoch wären Investoren sowohl in China als auch in Amerika deutlich zurückhaltender, wenn die Organisation klein beigeben würde.

Georg Haas,
haas@pressetext.com

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