DIW-Konjunkturbarometer setzt Sinkflug fort

Berlin (27.09.2023) –

Die schwache Weltkonjunktur belastet die deutsche Wirtschaft. Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist im September daher noch einmal um 1,2 Punkte gesunken und liegt nun bei 89,1 Punkten.

Unter der 100-Punkte-Marke

Somit verharrt der Barometerwert weiterhin deutlich unter der neutralen 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wachstum anzeigt, heißt es. Ausschlaggebend für den Rückgang sind die Stimmungsindikatoren, allen voran die Ergebnisse der ifo-Konjunkturumfrage, die bereits seit Monaten abwärtsgerichtet sind und sich auch im September noch nicht erholen konnten.

Die hohen Zinsen, die schwache Weltkonjunktur und die geringe Nachfrage nach deutschen Exportgütern belasten die deutsche Wirtschaft weiterhin, so die Ökonomen. Vor allem in der Industrie bleibe die Lage angespannt. Die Orders aus dem In- und Ausland verharrten demnach auf schwachem Niveau, und auch die Industrieproduktion folge weiter ihrem Abwärtstrend.

Investitionsgüter unattraktiv

Besonders die Nachfrage nach Investitionsgütern ist über den Jahresverlauf teils erheblich zurückgegangen – nicht zuletzt aufgrund der enorm gestiegenen Zinsen, die Projekte vermehrt unattraktiv machen. Darüber hinaus wird die Industrie von weiterhin hohen Energiekosten belastet. Trotz des nach wie vor sehr hohen Auftragsbestands sinkt die Kapazitätsauslastung.

Ähnlich die Lage bei den Dienstleistungen. Die Inflation ist über den Sommer nicht so stark zurückgegangen wie erwartet; das Konsumklima ist trotz einer leichten Aufhellung immer noch schwach. Darüber hinaus konnten die Lohnzuwächse die Preisanstiege für viele Menschen noch nicht wettmachen. Die hohe Inflation sowie die sich andeutende Abkühlung am Arbeitsmarkt dürften viele Haushalte zu Vorsicht motiviert haben.

Laut dem DIW Berlin gingen beispielswiese die Einzelhandelsumsätze über den Sommer zurück. Der anhaltende Fachkräftemangel dürfte jedoch einen stärkeren Einbruch am Arbeitsmarkt verhindern. Die kräftigen Tarifabschlüsse in diesem Jahr und der weitere Rückgang der Inflation werden den Konsum wohl bis Ende Jahr zunehmend stabilisieren.

Florian Fügemann,
fuegemann@pressetext.com