China: Corona-Krise lässt Online-Jobs boomen

Peking (18.08.2020) –

Immer mehr Menschen in China wenden sich Jobs in der digitalen Wirtschaft zu, da das Coronavirus die Verlagerung in Richtung Online-Handel und Echtzeitübertragung von Informationen und Unterhaltung (Live-Streaming) beschleunigt. Laut Qingtuanshe http://crunchbase.com , ein chinesischer Vermittler von Teilzeitarbeit, gehören zu den am schnellsten wachsenden Stellenangeboten mittlerweile Jobs, die von zu Hause aus via Internet erledigt werden können.

Kurse für Kinder gefragt

Fu Linghui, ein Sprecher des Nationalen Büros für Statistik http://www.stats.gov.cn/english , nennt als Beispiele den wachsenden Internethandel und Smartphone-basierte Reiseprodukte wie Rufbusse, die nach Bedarf und nicht nach Fahrplan verkehren. Dazu kämen neue Jobs in der Online-Fort- und Ausbildung. Die Nachfrage bei Online-Kursen für Kinder steigt weiter an, weil chinesische Eltern viel Wert auf die Ausbildung ihrer Kinder legen. Es gibt bereits Vermutungen, dass sich Chinesen an die Online-Angebote im Bildungsbereich gewöhnen und sie auf Dauer nutzen.

Laut Gao Lei vom Online-Kurse-Anbieter Shenzhen Qizhi Future Education Technology hat sich das Lehrpersonal für seine drei Unterrichtszentren in einem weniger entwickelten Teil der Inneren Mongolei seit Beginn der Corona-Krise fast verdoppelt. In den Kursen wird in der Regel ein lokaler Lehrer mit einem Ausbilder aus einer Großstadt wie Peking virtuell zusammengebracht, sodass sie sich ergänzen können.

Hype um Live-Streaming

Seit die Coronavirus-Pandemie Millionen von Menschen gezwungen hat, zu Hause zu bleiben und auf das traditionelle Einkaufen in Geschäften zu verzichten, hat der Verkauf über Live-Video-Streaming in China erheblich zugelegt. Die chinesische Kurzvideo- und Streaming-App Kuaishou berichtete kürzlich, dass die Zahl der Nutzer seit Ende 2019 um 70 Mio. auf 170 Mio. gestiegen ist. Das steigere auch die Nachfrage nach Produzenten.

Ein weiteres Beispiel ist ReadAbroad http://readabroad.com aus Indien. Das Unternehmen erstellt Kurse für Vermögensverwaltung in China. Gründer und CEO Chris Sun zufolge hat sich die Umstrukturierung innerhalb seines Unternehmens ausgezahlt. Seine Firma hat sich in diesem Jahr einer Kurzvideostrategie zugewandt, um die Kundenbasis zu vergrößern. Er plant, sein derzeitiges Personal um etwa 20 Prozent aufzustocken.

Wolfgang Kempkens,
kempkens@pressetext.com

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