Gutes Licht lässt Bewerber kompetent aussehen


Loughborough (12.08.2019) -

Unterschiedliche Beleuchtung:
Das beeinflusst Entscheider
(Foto: lboro.ac.uk)

Wer beim Bewerbungsgespräch in einem guten Licht dastehen will, braucht genau das: gutes Licht. Denn desto zufriedener die Gesprächspartner mit den Lichtverhältnissen sind, desto eher schätzen sie den Kandidaten als warmherzig und kompetent ein. Das hat eine Studie der britischen Loughborough University http://lboro.ac.uk ergeben. Unternehmen sollten also auf die Beleuchtung achten, wenn sie faire Auswahlprozesse sicherstellen wollen.

Licht beeinflusst das Urteil

"Der Ersteindruck, den wir von anderen Leuten bekommen, kann unsere Beurteilungen und Entscheidungen beeinflussen", weiß Olga Kombeiz, Spezialistin für HR-Management und Organisationsverhalten an der Loughborough University. Da sich bekanntlich die Beleuchtung auf die Laune von Menschen auswirkt, hat sie mit einem Kollegen untersucht, ob und wie sich das vorherrschende Licht auf den Eindruck auswirkt, den Entscheidungsträger von Bewerbern bekommen.

Dazu hat das Team ein Laborexperiment mit deutschen Studenten und einen Feldversuch mit US-Arbeitnehmern durchgeführt. In beiden Fällen haben sich die Probanden bei verschiedenen Lichtverhältnissen Fotos von Menschen mit neutralem Gesichtsausdruck angesehen und wurden dann gebeten, deren Wärme und Kompetenz zu bewerten. Die Ergebnisse beider Experimente deuten darauf hin, dass Menschen andere positiver bewerten, wenn sie selbst mit den Beleuchtungsverhältnissen zufriedener sind.

Gleiche Bedingungen schaffen

Die Studienergebnisse sind Kombeiz zufolge relevant dafür, wie die Umgebungen für Evaluierungen zu gestalten sind. "Um beispielsweise unfaire oder voreingenommene Bewertungen von Bewerbern zu vermeiden, sollten die Beleuchtungsverhältnisse bei allen Bewerbern gleich sein", sagt die HR-Expertin. Das wäre in der Praxis freilich schwer zu realisieren, schon allein durch das variable Außenlicht, das durch Fenster eintritt. Gangbarer scheint daher ihr Vorschlag, dass Entscheidungsträger in der Lage sein müssen, die Lichtverhältnisse so anzupassen, dass sie gleich zufrieden damit sind.



Thomas Pichler,
pichler@pressetext.com






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