Sozialstaat federt Einkommensverluste ab

München (09.06.2023)

In Deutschland federt der Sozialstaat im Falle eines starken Anstiegs der Arbeitslosigkeit zwischen 53 und 63 Prozent aller Einkommensverluste ab. Das geht aus einer EconPol-Studie hervor, die soziale Sicherungssysteme in der EU untersucht.

Wirtschaftskrisen simuliert

Das Arbeitslosengeld gleicht in Deutschland zwischen 16 und 25 Prozent der Einkommensverluste aus. Ein Fünftel der Verluste werden durch niedrigere Einkommensteuerzahlungen und 16 Prozent durch geringere Sozialversicherungsbeiträge abgefedert. Die Grundsicherung leistet einen geringen Beitrag und fängt ein bis zwei der Rückgänge ab, heißt es von den Ökonomen.

Die Studie berechnet die Auswirkungen verschiedener Wirtschaftskrisen auf die verfügbaren Haushaltseinkommen in den EU-Mitgliedsstaaten sowie Großbritannien. Dabei wird für jedes betrachtete Land ein Anstieg der Arbeitslosenquote um fünf Prozentpunkte innerhalb von zwei Jahren simuliert. In den Simulationen erfolgt der Anstieg der Arbeitslosenquote in einer ersten Variante gleichmäßig über die zwei Jahre und in einer zweiten Variante sprunghaft zu Beginn der Wirtschaftskrise. Das führt zu zwei Werten für jedes Land.

Florian Fügemann,
fuegemann@pressetext.com