Klimawandel birgt hohe wirtschaftliche Risiken

New York (06.02.2023) –

Der fortschreitende Klimawandel wird zur vielschichtigen Quelle wirtschaftlicher und finanzieller Risiken, die die Stabilität des Finanzökosystems gefährden. Diese Befürchtung äußert die Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) in ihrem Whitepaper “Climate-Related Financial Risk: A Financial Market Infrastructure’s Perspective”. Als Beispiel nennt der Bericht die durch klimabedingte Ereignisse verursachten Schäden, die allein in den USA auf etwa 133 Mrd. Dollar pro Jahr geschätzt werden. Ohne Gegenmaßnahmen drohen chronischen Risiken für die Weltwirtschaft, heißt es.

Schrumpfende Marktwerte

Zu den akuten Risiken zählt DTCC wirtschaftliche Kosten oder finanzielle Verluste, die durch die zunehmende Schwere und Häufigkeit extremer Wetterereignisse wie Überschwemmungen, tropische Wirbelstürme, Hitzewellen, Erdrutsche, Hagelstürme und Waldbrände verursacht werden. Die chronischen Risiken seien gekennzeichnet durch wirtschaftliche Kosten und finanzielle Verluste, die durch längerfristige allmähliche Klimaveränderungen zustande kommen, einschließlich steigender Meeresspiegel, Bodendegradation, Wüstenbildung, Entwaldung und anderer Umweltveränderungen des Ökosystems.

Es gebe bereits Hinweise darauf, dass der Marktwert von Unternehmen in einigen stark umweltverschmutzenden Branchen durch politische Maßnahmen und Markttrends im Zusammenhang mit dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft beeinflusst werden. Diese Risiken könnten unvorhersehbar, ungeordnet oder anderweitig störend sein. Das Übergangsrisiko werde durch mehrere Entwicklungen bestimmt, die das Potenzial haben, die Transformation zu einer Wirtschaft, die den globalen Treibhauseffekt reduziert, zu beschleunigen, zu verlangsamen oder zu stören, einschließlich Änderungen der Politik und Regulierung des öffentlichen Sektors, der Technologie und der Marktpräferenzen.

Nachhaltige Anlageklassen

Während Finanzinstitute und Nicht-Finanzunternehmen direkt klimabedingten finanziellen Risiken ausgesetzt sind, seien Financial Market Infrastructures (FMI) nur indirekt exponiert. Dafür gebe es zwei Hauptgründe: Während extreme Wetterereignisse plötzliche Schocks auslösen können, haben FMIs robuste Business-Continuity-Programme etabliert, die bewiesen haben, dass sie diese Art von Risiko effektiv mindern können, so die Autoren. Selbst in Worst-Case-Projektionen werde erwartet, dass andere Arten von Risiken über einen mehrjährigen oder jahrzehntelangen Zeithorizont eintreten, der deutlich länger ist als der von FMIs verwendete Risikohorizont.

Grüne Anleihen könnten eine wichtige Rolle bei der Finanzierung spielen, die zur Bewältigung der globalen Herausforderungen des Klimawandels erforderlich sind. Die Schaffung einer “grünen Blase” könnte eine unbeabsichtigte Folge des Erfolgs grüner Anleihen werden, die überwacht werden sollte, da sie bestimmte Risiken bergen könnte. Das Fehlen von Standards für grüne Anleihen könnte ein weiterer problematischer Bereich sein.

Wolfgang Kempkens,
kempkens@pressetext.com

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