"Tiefe Krise": Briten immer unzufriedener mit Job


London (09.01.2020) -

Unzufriedenheit mit dem eigenen Job wächst
(Foto: pixabay.com, 889520)

Die Arbeiterschaft Großbritanniens befindet sich in einer "tiefen Krise", die durch eine generell wachsende Unzufriedenheit, steigende Stressbelastung, mangelnde Wertschätzung und eine einseitige Work-Life-Balance weiter befeuert wird. Zu dem Ergebnis kommt ein Bericht der Londoner Non-Profit-Organisation (NPO) Investors in People http://investorsinpeople.com demzufolge zwei Drittel der britischen Arbeitnehmer nach dem Ende der Weihnachtsfeiertage nur ungern wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Mehr als die Hälfte spielt mit dem Gedanken, sich noch in diesem Jahr um einem neuen Job umzuschauen.

"Trend auch bei uns erkennbar"

"Großbritannien ist im Moment sicher ein Kapitel für sich. Aber auch der Arbeitsmarkt in Österreich zeigt Parallelen zur Entwicklung auf der Insel", stellt Werner Hammerl, Geschäftsführer bei http://bewerbungsberatung.at , gegenüber pressetext fest. Auch hierzulande sei ein Trend zur steigenden Unzufriedenheit erkennbar, wenn es um den eigenen Job geht. Die Ursachen hierfür seien vielseitig. "Ich merke bei meinen Kunden, dass ein Umdenken stattgefunden hat. Während Arbeitnehmern früher vor allem Faktoren wie Jobsicherheit und Bezahlung wichtig waren, misst man heute anderen Aspekten wie der erhaltenen Wertschätzung und dem allgemeinen Gefühl, gerne arbeiten zu gehen, weitaus größere Bedeutung zu", so der Experte.

Dass aufgrund der wachsenden Unzufriedenheit auch die allgemeine Bereitschaft größer wird, den Arbeitgeber zu wechseln, sei eine völlig logische Konsequenz. Wer diesen Schritt allerdings ernsthaft in Erwägung zieht, sollte laut Hammerl einige wichtige Punkte bedenken: "Betroffene sollten sich unbedingt bewerben, solange ihr letztes Dienstverhältnis noch aktiv ist. Wenn jemand schon gekündigt hat und einige Zeit arbeitslos gemeldet war, wirkt das bei einer Bewerbung meist nicht sehr vorteilhaft. Außerdem sollte man wirklich erst kündigen, wenn man seinen neuen Arbeitsvertrag schon fix in der Tasche hat."

Oftmals keine Wertschätzung

Auch im Bericht von Investors in People wird klar herausgestrichen, dass die Bedeutung der erhaltenen Wertschätzung am Arbeitsplatz mittlerweile oft wichtiger eingeschätzt wird als die Bezahlung. "Die Leute verlangen heute mehr von ihrer Arbeit als sie bekommen. Wir führen diese Untersuchung nun schon seit sechs Jahren durch und hören immer öfter, dass sie im Job keine Wertschätzung erfahren, deshalb unglücklich sind und sich einen neuen Arbeitgeber suchen wollen", erklärt Paul Devoy, CEO der NPO.

Um zu verhindern, dass sich die eigenen Angestellten bald aus dem Staub machen, sollten sich Arbeitgeber tunlichst um eine Reduktion der Stressbelastung und ein gesteigertes Wohlbefinden am Arbeitsplatz bemühen. "Ein freundschaftliches Arbeitsumfeld und eine positive Unternehmenskultur wurden von mehr als der Hälfte der befragten Arbeitnehmer als zentrale Schlüsselaspekte genannt", betont Devoy.



Markus Steiner,
steiner@pressetext.com






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