Junge, gut Gebildete wechseln eher den Job


Norwich/Zürich (09.07.2018) -

Junge Angestellte:
Sie wagt eher neue Tätigkeit
(Foto: C_Scott, pixabay.com)

Jüngere Menschen mit besserer Bildung wechseln eher den Job, aber mit einem Interesse an neuen Erfahrungen hat das wenig zu tun. Das hat eine Studie von Forschern der University of East Anglia (UEA) http://uea.ac.uk und der ETH Zürich http://ethz.ch ergeben, in der das Team die Auswirkungen sowohl persönlicher Eigenschaften als auch der Arbeitsmarktsituation auf die Karrieremobilität untersucht hat.

Alter bleibt der Hauptfaktor

"Ob Individuen eine Karriereveränderung vornehmen, hängt zweifellos von einer Reihe von Faktoren ab", sagt Dana Unger, Lektorin für Organisationsverhalten an der UEA. Mit der im "European Journal of Work and Organizational Psychology" erschienenen Studie wollte das Team klären, welche von vier großen Faktoren dabei besonders wichtig sind. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen hat sich dabei gezeigt, dass die Offenheit für neue Erfahrungen keine große Rolle spielt.

Der wichtigste Faktor ist vielmehr das Alter: Jüngere Menschen wechseln eher Unternehmen, Branche und Tätigkeit. Eine höhere Bildung und eine geringere Arbeitslosenrate wiederum begünstigen der Studie zufolge einen Unternehmenswechsel, wobei bessere Bildung eher auch zu einem Branchenwechsel führt. Weder Arbeitsmarktsituation noch Bildungsniveau korrelieren jedoch mit einer Veränderung der Tätigkeit.

Nutzen für Arbeitnehmer und -geber

Die Erkenntnisse der Studie könnten den Forschern zufolge sowohl Unternehmen helfen, die Kräfte binden wollen, als auch Arbeitnehmern, die ihre Karriere vorantreiben wollen. Wenn letztere auf Unternehmens-, Branchen- oder Tätigkeitswechsel setzen, könnten sie wertvolle Erkenntnisse über die jeweilige Art der Mobilität gewinnen, so Unger. "Sie sollten beispielsweise den Zeitpunkt für Karriereschritte womöglich mit Fluktuationen am Arbeitsmarkt abstimmen."

"Für Organisationen unterstreichen unsere Ergebnisse die Bedeutung von Ressourceninvestments in Karriereplanungs-Programme zur Mitarbeiterbindung", meint die Forscherin. Besonders, wenn die externe Arbeitsmarktsituation für Arbeitnehmer günstig ist und diese anderswo neue Möglichkeiten finden, könnten sich Investitionen in Karrierechancen für die eigenen Mitarbeiter lohnen.



Thomas Pichler,
pichler@pressetext.com





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