Elektronik-ODMs ziehen Produktion aus China ab


Taipeh (05.12.2018) -

Leere Halle:
droht Fertigungsstandorten in China
(Foto: pixelio.de/Rainer Sturm)

Internationale Elektronik-Markenfirmen drängen ihre taiwanesischen Auftragshersteller (ODMs) dazu, nicht weiter in China zu produzieren, sondern diese Prozesse in andere Länder zu verlagern. Wie das taiwanesische Branchenportal "DigiTimes" unter Berufung auf ODM-Quellen aus Taiwan berichtet, fürchten die Auftraggeber negative Folgen des Handelskriegs zwischen China und den USA für die eigenen Geschäfte.

Obwohl die beiden Weltmächte sich jüngst auf einen 90-tägigen Burgfrieden ohne neue Strafzölle geeinigt haben, um neu zu verhandeln, überwiegt bei den großen Markenkonzernen die Skepsis über die Gesamtsituation und die Sorge, dass sich der Handelskrieg zuspitzt. Daher nimmt die Mehrzahl der Abnehmer laut dem Bericht auch Extrakosten in Kauf, damit taiwanesische Hersteller ihre Produktion aus dem Reich der Mitte auslagern.

Verlagerung in Nachbarländer

ODM Quanta http://quantatw.com beispielsweise eröffnet demnächst ein neues Werk in Taiwan, während Hardware-Hersteller Compal http://www.compal.com eine Pilotfertigung in Vietnam begonnen hat und dort in Kürze Notebooks in Serie produzieren lässt. Andere taiwanesische Hersteller weichen auf Druck ihrer Abnehmer ebenfalls in andere Länder aus: Wistron plant, PCs für Klienten in den Philippinen herzustellen und Inventec hat einen stillgelegten Standort in Penang, Malaysia, wiedereröffnet, um dort tragbare Geräte für Kunden zu fertigen.

Konzern-Gigant Apple könnte weitere Folgen eines Handelskrieges besonders deutlich zu spüren bekommen, wird doch das iPhone in China vom taiwanesischen Auftragshersteller Foxconn hergestellt. US-Strafzölle auf Elektronik aus China würden die Produktionskosten erhöhen. China wiederum könnte Zölle auf verkaufte Apple-Produkte im eigenen Land erheben.


pressetext.redaktion,
Lutz Steinbrück



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