Brexit-Angst: Britische Immobilienpreise sinken


London (08.08.2019) -

Vorort von London:
Hauspreise sinken (Foto: pixabay.com, quicksalanda)

Die Immobilienpreise in England fallen aufgrund der Unsicherheit angesichts eines möglichen No-Deal-Brexit. Laut einer Marktanalyse des britischen Berufsverbandes für Immobilienfachleute, der Royal Institution of Chartered Surveyors (Rics) http://rics.org , schrecken die Briten momentan davor zurück, Immobilien zu kaufen oder zu verkaufen. Obwohl die Preise in England fallen, steigen sie in Schottland, Wales und Nordirland leicht an.

Häuser für Junge zu teuer

Simon Rubinsohn, leitender Ökonom bei Rics, sieht eine Verlangsamung bei Preisen und Verkaufsvolumen. "Alle wichtigen Indikatoren stagnieren ziemlich", zitiert der "Guardian" den Experten. Trotz der niedrigeren Preise könnten sich die meisten Briten mit ihren Löhnen immer noch kein eigenes Haus leisten. In den vergangenen drei Monaten ist der durchschnittliche Preis für ein Haus in England um etwa 600 Pfund (ungefähr 650 Euro) gefallen und liegt damit bei 236.120 Pfund (256.171 Euro).

Rics hat Gutachter nach ihrer Prognose für das zweite Halbjahr 2019 befragt. Ihnen zufolge werden die Preise noch weiter sinken. Vor allem für junge Menschen macht das jedoch kaum einen Unterschied. Etwa einer von vier der Briten im Alter zwischen 20 und 34 Jahren lebt noch bei seinen Eltern, was in Summe etwa auf 3,4 Mio. Menschen zutrifft.

Mieten werden immer höher

Weil die Wahrscheinlichkeit eines No-Deal-Brexit unter dem neuen Premierminister Boris Johnson gestiegen ist, wollen die Briten nicht mehr das Risiko eingehen, eine Immobilie zu erstehen. Die meisten Briten mieten Immobilien. Rics zufolge könnten in den kommenden Monaten die Mieten in Großbritannien jedoch steigen. Die Nachfrage nach Mietshäusern und Mietwohnungen sei im Juli 2019 auf den höchsten Stand seit 2016 gestiegen, wobei das Angebot immer weiter sinke.



Georg Haas,
haas@pressetext.com






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