Illegale Einwanderung lohnt sich für Texas

Houston (20.05.2020) –

Illegale Einwanderung ist unter dem Strich gut für den Staat Texas. Das hat eine Studie des Baker Institute for Public Policy http://bakerinstitute.org der Rice University ergeben. Denn für jeden Dollar, den der US-Bundesstaat für öffentliche Dienstleistungen für nicht-registrierte Einwanderer ausgibt, spülen diese 1,21 Dollar in die texanische Staatskasse. Dazu kommt, dass die geschätzt rund 1,6 Mio. Illegalen in Texas eine wichtige Rolle für die Wirtschaft des Staates spielen.

Mehr Nutzen als Kosten

Illegale Einwanderer sind in Texas ein wichtiges Politikum, gerade unter Trump-Anhängern gelten sie als großes Übel. Doch für den Bundesstaat selbst sind sie der Studie zufolge eher ein Vorteil. “Einwohner ohne Papiere haben einen positiven Einfluss auf die Wirtschaft, da sie Steuern und Gebühren zahlen und einen wichtigen Teil des Arbeitsmarktes darstellen”, schreibt José Iván Rodríguez-Sánchez, PostDoc am Baker Institute. Er hat in der Studie positive und negative Auswirkungen der illegalen Einwanderung in Texas bewertet und festgestellt, dass die Vorteile überwiegen.

Im Jahr 2018, das die Studie betrachtet, hatte Texas geschätzte 1,6 Mio. undokumentierte Einwohner. Das sind 5,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Sie waren als Arbeitskräfte in Branchen wie dem Bauwesen, der Landwirtschaft, Produktion und Dienstleistungen wichtig. “Wie jeder andere Texaner zahlen undokumentierte Einwanderer beim Kauf von Waren und Services Umsatz- und Verbrauchsteuern”, so Rodríguez-Sánchez. Dazu kommen weitere Steuern und Gebühren. 2018 lieferten Illegale so 2,4 Mrd. Dollar an den Staat Texas ab. Demgegenüber standen staatliche Ausgaben von rund zwei Mrd. Dollar für Bildung, Gesundheitsversorgung und Inhaftierung.

Fatale Abschiebepraxis

Massenabschiebungen illegaler Einwanderer, wie sie US-Präsident Trump anstrebt, könnte fatale Folgen haben. Eine Deportation aller Undokumentierten aus Texas würde “einen Schock für die texanische Wirtschaft darstellen”, heißt es in der Studie. Texas würde mehr als 41,9 Mrd. Dollar an direkter Beschäftigungsentschädigung verlieren, definiert als Gehalt vor Steuern und Lohneinkommen. “Der Gesamtverlust würde 70 Mrd. Dollar betragen, was einer Reduzierung der staatlichen Beschäftigungsentschädigung um 7,7 Prozent entspricht”, schreibt Rodríguez-Sánchez. Texas dient dem Forscher als Fallstudie, weil “es einer der bevölkerungsreichsten Staaten in den USA ist, mit einer nicht autorisierten Bevölkerung, die als repräsentativ für die des ganzen Landes gilt”. Dies impliziert, dass Massenabschiebungen auch in anderen Teilen der USA gravierende wirtschaftliche Folgen haben könnten.

Thomas Pichler,
pichler@pressetext.com

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