Mails verringern Produktivität von Managern


East Lansing (20.09.2018) -

Klammeraffe:
Mails sind Störfaktor für Manager
(Bild: iwona golczyk, pixelio.de)

Wer ein besserer Chef sein will, sollte seltener seine E-Mails kontrollieren. Denn der Versuch, dem E-Mail-Verkehr Herr zu werden, lenkt Führungskräfte zu sehr von eigentlich wichtigen Tätigkeiten ab, reduziert ihre Produktivität und hat ganz allgemein negative Folgen auf ihre Führungskompetenz. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Michigan State University (MSU) https://msu.edu . Demnach brauchen Manager pro Arbeitstag rund 90 Minuten, um sich von E-Mail-Unterbrechungen zu erholen.

"Nützlich, aber auch störend"

"Wie viele andere Werkzeuge können auch E-Mails nützlich, aber gleichzeitig auch ungemein störend und sogar schädlich sein, wenn sie zu exzessiv und unsachgemäß verwendet werden", so Studienleiter Russell Johnson. "Wenn Manager sich von E-Mail-Unterbrechungen erholen müssen, schaffen sie es nicht mehr, ihre eigentlichen Ziele zu erreichen und vernachlässigen ihre Verantwortlichkeiten als Führungskraft", fasst Johnson seine Forschungsergebnisse zusammen.

Dazu gehöre es auch, dass Betreffende nicht mehr in der Lage sind, die ihnen zugeordneten Mitarbeiter zu motivieren und zu inspirieren. "Es wurde schon öfter gezeigt, dass eine Reduktion der Führungsstärke sehr gravierende Folgen auf Untergebene haben kann und sich negativ auf deren Leistungen beim Lösen von Aufgaben, die Zufriedenheit mit ihrer Arbeit und dem Engagement und der Hingabe hinsichtlich ihres Arbeitgebers auswirkt. Gleichzeitig kommt es zu einem erhöhten Stressempfinden und zur allgemeinen Verstärkung negativer Emotionen."

Manager 14 Tage lang begleitet

Um herauszufinden, wie sich das Abwickeln von oft eher lästigem E-Mail-Verkehr auf die praktische Arbeit von Führungskräften auswirkt, haben Johnson und sein Team eine Gruppe von US-Managern zwei Wochen lang begleitet und ihr Verhalten genau analysiert. Die Studienteilnehmer mussten dabei zweimal pro Tag sowohl über das Ausmaß und die Frequenz ihrer E-Mail-Bearbeitung berichten als auch ihre Fortschritte bei wichtigen Arbeitstätigkeiten vorweisen. Auch die Interaktion mit untergebenen Mitarbeitern wurde im Detail unter die Lupe genommen.

"Die Ergebnisse zeigen, dass der durchschnittliche Angestellte mehr als 90 Minuten pro Arbeitstag oder siebeneinhalb Stunden pro Arbeitswoche braucht, um sich von E-Mail-Unterbrechungen zu erholen. Bei Führungskräften ist das genauso. Hier haben solche Störfaktoren aber weitreichendere Konsequenzen", verdeutlicht MSU-Experte Johnson.


pressetext.redaktion,
Markus Steiner



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