Die Queen und der Euro haben Angst um ihre Stärke


Wien (17.09.2014) -

Mag. Gerhard Massenbauer,
(Foto: Censeo Vermögensverwaltung GesmbH)

Mag. Gerhard Massenbauer, Geschäftsführer der Censeo Vermögensverwaltung GmbH und anerkannter Währungspezialist, sieht in der Unabhängigkeit Schottlands eine Gefahr für die weitere Entwicklung des Euroraums und seine Teilnehmer.

Am Donnerstag, dem 18.9. 2014, geschieht vielleicht Historisches. Was Schottland durch Krieg über Jahrhunderte nicht erreichen konnte, die Unabhängigkeit von England, könnte nun in einem demokratischen Umfeld durch Volksabstimmung erfolgen. Mag. Massenbauer meint dazu: "Der Euro könnte unter Druck geraten, die europäischen Börsen könnten fallen und definitiv würde der innere Zusammenhalt der EU weiter erodieren."

Entscheiden sich die Schotten für die Unabhängigkeit hat das potentiell größere Auswirkungen, als es zunächst den Anschein hat.

Von außen betrachtet, wird die ohnehin schon fragile EU mit Sezessionstendenzen innerhalb von EU Kernstaaten nochmals erschüttert. Amerikaner und Asiaten werden nicht verstehen, warum der Wunsch danach besteht eine Staatseinheit zu verlassen oder warum man dies zulässt. Vor allem der Wunsch nach Eigenstaatlichkeit wird befremden.

Wenn es auch zuvor nur Großbritannien und das britische Pfund belasten könnte, ist auch ein weiterer Verfall des Euro gut denkbar. Großbritannien ist seit 300 Jahren ein Staat, wenn dieser zerfallen kann, warum soll die EU davon verschont bleiben müssen?

Großbritannien ist ein EU Kernland und wirtschaftlich wichtig. Wenn es da schon nicht gelingt die staatliche Integrität zu wahren ist die Frage des Bestandes der EU mehr als berechtigt (wenn dafür auch ein Instrumentarium wie eine Volksabstimmung fehlt oder ein sonstiger Austrittsmechanismus fehlt!).

Weitere Staaten, wie insbesondere Spanien, werden mit Sezessionswünschen intensiv konfrontiert werden - insbesondere Katalonien fühlt sich - nicht ganz zu Unrecht - von der Zentralregierung ausgenommen.

Auswirkungen an den Börsen

An den Börsen kann es vor allem in Großbritannien, aber ebenso in den anderen europäischen Ländern zu größeren Verwerfungen kommen, weil die Unsicherheit überwiegt. Soweit es die europäischen Börsen betrifft, sollte der Effekt nur kurzfristiger Natur sein. Fällt der Euro aber stark ab, was nicht völlig auszuschließen ist, könnte es zu einem starken Ausverkauf insbesondere beim DAX kommen.

Auswirkungen auf den Euro

Wie oben besprochen, kann eine Zerrüttung Großbritanniens auch zu einer Belastungsprobe für den Euro werden. Dies trifft auf den Wunsch der europäischen Südstaaten nach einer schwächeren Währung. Tatsächlich wäre eine Schwächung des Euro so etwas wie ein Wirtschaftsimpuls für Europa, aber tatsächlich nicht für immer durch die USA oder Japan und China tolerabel. Wir sind aktuell gut 5% unter dem Jahresanfangsniveau. Eine weitere Abwertung in den kommenden 8 Wochen als Folge eines Austrittsvotums der Schotten um weitere 5 % ist denkbar (1,225).

Über Mag. Gerhard Massenbauer
Der geschäftsführende Gesellschafter der Censeo und führende Währungsanalytiker im deutschsprachigen Raum trat früh in das Familienunternehmen ein und gründete 1999 die jetzige Censeo Vermögensverwaltung GesmbH. Im Jahr 2000 begann er den Massenbauer-Brief zu verlegen, das bis heute das einzige zyklische Medium für Devisenhandel und Marktanalytik darstellt. 2011 wurde "Das Frankenkonzept", eine Methode zur besseren Handhabung des Risikos von Fremdwährungskrediten konzipiert. Mag. Massenbauer ist Vorsitzender des Beirates der Anlegerentschädigung von Wertpapierfirmen GesmbH.
https://www.censeo.at
https://www.frankenkonzept.at


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Gerhard Massenbauer



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