Börsengänge lassen Gemeinden aufblühen


Houston (23.04.2019) -

Geldregen:
Unternehmens-Umfeld profitiert mit
(Foto: kalhh, pixabay.com)

Wenn ein US-Unternehmen den Börsengang wagt, kommt es zu einem wirtschaftlichen Boost für die Gemeinden im nahen Umfeld des Unternehmenssitzes. Das hat eine Studie der Rice University https://rice.edu ergeben. Dank der neuen Liquidität steigen die Konsumentenausgaben, zudem entstehen neue Unternehmen und damit neue Jobs. Auch manche Immobilien steigen im Wert - was allerdings auch die potenzielle Schattenseite eines Börsengangs für die Gemeinden ist.

Kapital für die Umgebung

"Ein Börsengang schafft kein neues Unternehmen. Er generiert aber viel Liquidität für die Firma, die Mitarbeiter und andere Anteilhaber, die in die Gemeinden gehen und ihr neues Geld ausgeben", sagt Studienleiter Alexander Butler, Professor für Finanzwesen. Wie genau sich das auswirkt, hat er mit seinem Team in der aktuellen Studie untersucht. Dabei haben sie insgesamt 1.365 amerikanische Postleitzahlen (ZIP codes) erfasst, in denen zumindest ein Unternehmen ansässig ist, das von 1998 bis 2015 den Börsengang gewagt hat. Zudem hat das Team weitere Postleitzahlen im engsten Nahbereich (bis 3,6 Kilometer), bis acht sowie bis 16 Kilometer Entfernung erfasst.

Für im gleichen Verwaltungsbezirk liegende Postleitzahlen hat das Team dann Daten wie Veränderungen der Immobilienpreise, Kreditkartenausgaben oder Einkommen in den beiden Jahren nach einem Börsengang analysiert. Das hat gezeigt, das pro zehn Mio. Dollar an der Börse lukrierten Kapitals im Umfeld 0,7 neue Unternehmen und 41 lokale Jobs entstehen. Besonders in mittlerer Entfernung zum Firmenstandort (3,6 bis acht Kilometer) steigen die Preise eher hochpreisiger Eigenheime. Die Immobilienpreise steigen demnach insbesondere, nachdem die Behaltefristen für Aktien enden und falls der Kurs nach dem Börsengang gestiegen ist.

Immobilien-Problem

Eben dadurch können gerade Börsengänge letztlich doch auch einen Nachteil für die Gemeinden bedeuten. Insbesondere führt der Studie zufolge größere Börsenaktivität in einer Postleitzahl eher dazu, dass Einwohner mittleren oder geringen Einkommens sich das Wohnen vor Ort nicht mehr leisten können. Nach dem Börsengang von Facebook beispielsweise mussten in der San Francisco Bay Area unter anderem Polizisten, Lehrer und Feuerwehrleute in günstigere Gegenden ausweichen und daher lange Pendlerwege in Kauf nehmen.


pressetext.redaktion,
Thomas Pichler



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