Schwarze Kasse: SunExpress torpediert Lufthansa


Köln/Istanbul (15.05.2015) -

SunExpress:
Internes Screening findet schwarze Kasse
(Foto: sunexpress.com)

Bei der Lufthansa https://lufthansa.de bahnt sich eine Affäre um dubiose Zahlungen des Konzernablegers SunExpress an. Wie der Spiegel heute, Freitag, berichtet, könnte der Plan des deutschen Branchenprimus, SunExpress ab Herbst dieses Jahres Langstreckenverbindungen zu Billigpreisen fliegen zu lassen, scheitern. Die Lufthansa betreibt die Firma in Kooperation mit Turkish Airlines https://turkishairlines.com .

50.000 Euro für Mitarbeiter

Dem Bericht nach wurde bei SunExpress eine schwarze Kasse entdeckt, die vom Ende des Monats scheidenden SunExpress-Chef Paul Schwaiger über mehr als zehn Jahre geführt und erst Ende 2012 aufgelöst worden sein soll. Für weiteren Sprengstoff sorgt zudem die Vermutung, dass Schwaiger einem Mitarbeiter neben seinem Gehalt ohne vertragliche Grundlage rund 50.000 Euro in bar ausbezahlt haben soll. Auch soll er eigenmächtig Sponsorengelder in Höhe von 150.000 Euro für die Deutsche Schule in Izmir bewilligt haben.

Die geheime Kasse soll laut den Erkenntnissen einer internen Untersuchung unter anderem aus dem Verkauf von Mitarbeitertickets gespeist worden sein. Das Geld soll beispielsweise zum Bezahlen von Visa-Gebühren benutzt worden sein. Lufthansa hat diese Darstellung inzwischen bestätigt und dabei betont, dass SunExpress Selbstanzeige erstattet und die nicht bekannten Einnahmen für drei von insgesamt knapp zwölf Jahren nachversteuert hat.

Führende Marktposition als Ziel

Der Mitarbeiter, der die Zahlungen erhalten hat, soll für den deutschen und für den türkischen Ableger der Ferienfluggesellschaft gearbeitet und für das Geld auch echte Leistungen erbracht haben. Durch die finanziellen Zuwendungen für die Deutsche Schule in Izmir habe Schwaiger erreichen wollen, dass das Joint Venture von Lufthansa und Turkish Airlines auf Verbindungen zwischen der türkischen Stadt und Deutschland eine führende Marktposition erreicht.


pressetext.redaktion,
Florian Fügemann



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