Ryanair warnt mit Ticket-Aufdrucken vor Brexit


Dublin (12.03.2018) -

Open Skies auch in Zukunft? Ryanair ist skeptisch
(Foto: ryanair.com)

Die irische Low-Cost-Airline Ryanair https://ryanair.com will ab September nur noch Tickets mit dem aufgedruckten Verweis verkaufen, dass ihre Flüge innerhalb der regulatorischen Richtlinien der Brexit-Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien stattfinden. Grund dafür ist das noch zu verhandelnde Open-Skies-Abkommen beider Seiten, welches etwaige Verbindungen zwischen Großbritannien und der EU nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU einschränken könnte.

Passagiere sollen sensibilisiert werden

"Alle sagen 'Es wird schon gut gehen' im April 2019, wenn der Brexit abgeschlossen sein wird", sagt Kenny Jacobs, Marketing-Chef von Ryanair gegenüber der "BBC". "Ich würde das nicht als vorausgesetzt ansehen." Solange ein Abkommen zwischen London und Brüssel nicht unterzeichnet sei, wolle man die Vermerke auf die Tickets drucken. Hierbei ginge es auch um rechtliche Absicherung, sollten Verbindungen Ryanairs in Richtung EU nach Vollzug des Brexits gekappt werden müssen und somit Flüge nicht mehr stattfinden.

Passagiere sollen ebenfalls darauf aufmerksam gemacht werden, dass es in Zukunft keine Selbstverständlichkeit mehr sein könnte, günstig von Großbritannien aus nach Spanien, Portugal & Co. zu fliegen. "Wenn einer versteht, dass als letzte, günstige Option bleibt, nach Schottland oder mit der Fähre nach Irland zu fahren, dann wird er vielleicht anfangen, die ganze Brexit-Geschichte zu überdenken", hofft Ryanair-Chef Michael O'Leary.

Mehr auf dem Spiel als nur Urlaub

Wenn es nach Peter Bellew, Leiter des Flugbetriebs bei Ryanair, ginge, sollte sich die gesamte Luftfahrtbranche Großbritanniens Gedanken um die Zukunft nach dem Brexit machen: "Das Streckenwachstum in der EU steigt, vor allem aus China ziehen viele Airlines Festland-Flughäfen den britischen Airports vor", erklärt er. "Auch wenn ich nicht glaube, dass dies London betrifft - weniger große Flughäfen wie Birmingham, Glasgow, Manchester und Edinburgh könnten jedoch darunter leiden".



Wolfgang Rudloff,
rudloff@pressetext.com






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