Deutsche Manager sehen gute Basis zum Streiten


Köln (09.03.2016) -

Personalführung:
Konflikte sind zu lösen
(Foto: pixelio.de, Juergen Jotzo)

Deutsche Führungskräfte sind grundsätzlich zufrieden mit der Streitkultur in ihrem Unternehmen. Zu diesem Schluss kommt der erste "Streitkulturindex für Unternehmen und Organisationen in Deutschland". Laut den Experten der Forschungsstelle für Wirtschaftsmediation der TH Köln https://bit.ly/1Lbobqk werden Konflikte in Unternehmen zu über 70 Prozent durch die Führungskräfte und zu 60 Prozent von den unmittelbar Betroffenen gelöst. Handlungsbedarf bestehe unter anderem in der Qualifizierung der Führungskräfte sowie der Entwicklung der Unternehmenskultur.

Externe Schlichter kaum nötig

Die Hinzuziehung interner Fachleute der Personal- und Rechtsabteilung sowie von Betriebsräten bedarf es je nur in 25 Prozent der Konfliktfälle. Externe Fachleute, wie Rechtsanwälte, Mediatoren oder Coaches, werden in nur 16 Prozent der Konflikte hinzugezogen, wie die Fachleute in Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftsmediation und Kommunikationsmanagement https://iwm-mediation.de herausgefunden haben.

"Mit dieser Art der Konfliktlösung sind die Führungskräfte relativ zufrieden. So charakterisieren jeweils rund 40 Prozent die Streitkultur in ihrem Unternehmen als konstruktiv, wertschätzend und respektvoll, entscheidungsorientiert sowie offen und transparent", so Ricarda Rolf, Leiterin der Forschungsstelle für Wirtschaftsmediation. Negative Aspekte würden seltener genannt. Am häufigsten würden Konflikte verdrängt (28 Prozent) oder per "Machtwort" gelöst (24 Prozent).

Weiterbildungsbedarf gegeben

Eine lebendige und konstruktive Streitkultur ist laut Bernd Hoffmann, Geschäftsführer des Instituts für Wirtschaftsmediation und Kommunikationsmanagement, ein wesentlicher Faktor für Produktivität, Mitarbeiterzufriedenheit, Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmenserfolg. "Deshalb haben wir auch nach dem Professionalisierungsbedarf gefragt und leiten aus der Studie konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Kommunikation, Konfliktfähigkeit sowie der Unternehmens- und Führungskultur ab", unterstreicht der Experte.

Obwohl die Befragten der 300 Unternehmen mit der Konfliktbehandlung zufrieden sind, äußern sie sich auch selbstkritisch zu ihrer Rolle als Konfliktlöser. "Die Führungskräfte, die nach eigenen Angaben die meisten Streitfälle lösen, sehen in ihrem Bereich auch den größten Fort- und Weiterbildungsbedarf, und zwar 78 Prozent beim Konfliktmanagement für Führungskräfte und 63 Prozent beim Kommunikationstraining für Führungskräfte", verdeutlicht Rolf.

Der Umgang mit schwierigen Verhandlungspartnern und -situationen (49 Prozent) sowie den Grundlagen in der Verhandlungstechnik (38 Prozent) werden mit deutlichem Abstand genannt. Das korrespondiert mit dem Mangel an Angeboten zur Fort- und Weiterbildung für die mit der Konfliktbearbeitung betrauten Personen, die von lediglich gut der Hälfte der Unternehmen angeboten werden. "Auch bei Organisationsveränderungen und Umstrukturierungen sehen die Führungskräfte grundlegenden Professionalisierungsbedarf", betont Hoffmann abschließend.


pressetext.redaktion,
Florian Fügemann



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